Gongfu kann ist im Westen eher unter der alten Schreibweise Kungfu bekannt und wird vielleicht mit der Fernsehserie mit David Carradine in Verbindung gebracht und als Kampfstil im Sinne von Karate, Taekwondo, etc. verstanden.
Gongfu bedeutet etwa „harte Arbeit“ im Sinne eines (Lebens)langen systematischen Trainings der im Taoismus dargelegten Prinzipien, nach denen das Universum funktioniert. Dabei gilt das hermeneutische Prinzip “Wie oben so unten”, das heisst der Mikrokosmos Mensch ist ein Abbild des Makrokosmos.
Es kann einerseits im gesundheitsorientierten Bereich des Qigong (Arbeit mit dem Qi, einem der “drei Schätze” des Menschen) gearbeitet werden; andererseits im Wushu, der Kampfkunst. Bei dieser geht es nur vordergründig um eine Auseinandersetzung, ihr eigentliches Wesen besteht jedoch darin, sich mit eben diesen geheimnisvollen Prinzipien und Wirkmechanismen des unergründlichen Tao “auseinanderzusetzen” (eine gelungene Übersetzung ist die von Richard Wilhelm: “der Sinn”, obwohl man über das Tao nicht sprechen kann, denn, so Lao Tse, sobald man es benennt ist es nicht mehr das wahre Tao).
Dies ist die wahrhaft Sinn-volle Aufgabe des Menschen während seiner Existenz in dieser Welt. Das Verfolgen dieser Aufgabe ist die Suche nach wahrem Gongfu. So bezeichntet Gongfu auch das Ergebnis dieser Bemühungen, einen erreichten Grad der Entwicklung und Erkenntnis und die Frucht und das Ergebnis der Bemühungen, wahres Gongfu zu erlangen. Dann geschieht alles mühelos, ohne Anstrengung, durch Nicht-Tun (Wuwei).
Das ist wahres Gongfu. (nach meinem derzeitigen Verständnis…)
Wahres Gongfu
Mai 2, 2008 von truegongfu
