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Archive for the ‘gongfu’ Category

Wir nähern uns dem Ende der Ausbildung und es wird deutlich, dass die kampfkunstorientierte Anwendung immer mehr Raum gewinnt. In diesem Seminar wurden in intensiver Gruppenarbeit die 12 wichtigsten Shili-Übungen analysiert, und zwar in Bezug auf

  • Bewegung
  • Vorstellung
  • Bedeutung (Funktion, Anwendung)

Am interessantesten und am meisten diskutiert wurde dabei wohl die Anwendung, bzw. der Bezug zum Tuishou. Dabei bewegt man sich in einem schwierigen Spannungsfeld. Einerseits hat sich Wang Xiangzhai mit seinem Yiquan System ja radikal vom Ansatz festgelegter Techniken mit konkreten Anwendungen und Übungsformen gelöst, andererseits muss man das Training strukturieren und kann mit hilfreichen Grundelementen und Prinzipien die Umsetzung im Tuishou und Sanshou (Freikampf) erleichtern.

Meiner Meinung nach wird deutlich, dass Jumin Chen sich dem Prinzip des eigenen Forschens sehr verpflichtet fühlt und den „formlosen“ Charakter des Yiquan bewahren will. Bewegungen, die nur äußerlich vom Lehrer kopiert werden, ohne eine innere Lebendigkeit, ohne mit Sinn gefüllt zu werden, ohne inneres Verständnis, können nur zu einer toten Kampfkunst führen. Zu starke Eingriffe des Lehrers könnten die Entwicklung und die Eigenständigkeit einschränken.

Dem gegenüber steht das Bedürfnis der Schüler, auf diesem mühevollen und langwierigen Weg der Erkenntnis Hilfestellung zu bekommen und vielleicht die eine oder andere Abkürzung nehmen zu können. Wie gewöhnlich hat wohl der Lehrer mehr Zeit als der Schüler.

Eine solche Lebendigkeit war bei der gemeinsamen „Forschungsarbeit“ jedenfalls zu spüren, zumal auch die Erfahrungen, die einige Schüler in China bei Yao Chengrong gemacht hatten, in die Diskussion einflossen.  Wie schön, dass hier in Europa, wo sich Yiquan wohl auch an die Bedürfnisse europäischer Schüler anpassen und bis zu einem gewissen Grad eigenständig entwickeln wird, die Verbindung zum fernen Ursprungsland China mit der direkten Übertragungslinie von Jumin Chen (Ehrenpräsident von Yao Chengrongs Beijing Yiquan Academy) über Yao Chengrong so stark zu spüren ist!

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Auch diesmal waren wir wieder im Schloss Mattsee zu Gast. Die Hochzeitssaison hatte begonnen und das zu diesem Anlass traditionelle Böllerschießen sorgte für eine passend kriegerische Atmosphäre. Morgens wurde auf dem Parkplatz vor dem Schloss geübt und am Sonntag konnte das Training dank herrlichem Wetter vollständig ins Mattseer Strandbad verlegt werden.

Morgentraining vor dem Schloss

Diesmal wurde viel Wert auf Partnerübungen gelegt, und zwar auch in Dreiergruppen mit einem Beobachter, um auch die optische Wahrnehmung zur Fehlerkorrektur zu schulen. Das Hauptthema war dabei die „Balance“, das heißt der Ausgleich von Kräften in alle Richtungen mit der Píng Héng Kraft. Wird etwa links am Ellbogen gezogen, so zieht der Ellbogen nicht gegen diese Kraft sondern die gesamte andere Körperhälfte zieht in die Gegenrichtung, also rechtes Knie, rechte Hüfte, rechter Ellbogen, rechte Schulter und Kopf nach rechts (und natürlich auch über die Kopffeder nach oben und unten!).

Dies Gegenkraft wurde auch im Zhanzhuang anhand von einigen neuen Vorstellungen geübt (siehe Trainingsplan unten).

Ein interessanter Exkurs in die Anatomie mit einer näheren Betrachtung typischer Muskelverkürzungen und Dysbalancen unterstrich wieder einmal die Vorzüge des Yiquan Trainings.

Fali

  • Xuanfa Fali: Die Bewegung entspricht der ersten Hälfte (ohne zurück nach vorne schieben) von Xuanfa Shili. Die Hände werden beim Ziehn kurz zur Faust geballt und diese am Ende der Bewegung wieder gelockert.
  • Zhuan Quan: Ein Faustschlag von unten nach oben, sozusagen ein upper cut. Dazu kommt die Gegenbewegung der anderen Hand mit dem Ellbogen nach hinten und die Schraubbewegung der Beine, die einen Schwerpunkt des letzten Seminars bildete. Dazu die Gewichtsverteilung:
  1. Aus Hunyuan Position mit 70% hinten
  2. vordere Faust nach oben 50/50
  3. hintere Faust nach oben 40% hinten (Gewicht mit Schraubbewegung vor verlagern).

Schritttechnik

  • weiter Schritt, hinteren Fuß beiziehen und kurz balancieren. Der nächste Schritt ist in beide Richtungen möglich.
  • weiter Schritt, hinteren Fuß nachziehen in Dingbabu. Auf richtige Gewichtsverteilung 60-70% hinten achten!

Zhan Zhuang:

  • Chengtuo Zhuang

(Pingbu)
< 10 Minuten
(Dingbabu)
< 10 Minuten / Seite

Vorstellung:

1. Unter dem Wasserfall stehen

2. Einen Papierball halten

3. Einen Holzball halten

4. Abwechseln zwischen Papier- und Holzball

5. Diagonale Federn zwischen rechtem Zeigefinger und linker Augenbraue, linkem Z’eigefinger und rechter Augenbraue auseinanderziehen und zusammendrücken

6. Nach vorne (innen, oben) drücken, nach hinten (aussen, unten) ziehen

7. Shun Li Ni Xing (Gegenrichtung)
—————————
Shili:

  • Zong›He Shili

(Zoubu)
< 10 Minuten

  • Xuanfa Shili

(Ohne Schritte)
< 5 Minuten / Seite

  • Piangua Shili

(Ohne Schritte)
< 5 Minuten / Seite

Thema: Balance (Kräfteverteilung)
—————————
Fali:

  • Xuanfa Fali

(Ohne Schritte)
< 2.5 Minuten / Seite

  • Zhuan Quan

(Ohne Schritte)
< 2.5 Minuten / Seite

Also immer am Ball bleiben 😉

Fotos von Thomas Bauer

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Kungfu Ente

Unsere morgendliches Training am Seeufer machte diesen Sommer nicht nur auf badefreudige Frühaufsteher Eindruck sondern blieb auch nicht ohne Auswirkung auf die heimische Tierwelt. Diese Ente wurde beim Üben in perfekter Dingbabu Haltung fotografiert und wirbt jetzt nicht nur für Urlaub im Salzburger Seenland sondern, nur für Insider erkennbar, auch für Yiquan.

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bkfFilm- und Infoabend „Taoist Energy Arts“ mit Bruce Kumar Frantzis

Raum für Bewegung, Sonntag, 25. 01. 2009, 18:00h

Ein Überblick über Qigong und Innere Kampfkünste in China. Der Film dauert ca. 60 min und ist in Englischer Sprache. Anschließend besteht die Gelegenheit sich näher über das neue Kursprogramm zu informieren.

B.K Frantzis hat über 40 Jahre Erfahrung in Chi Gung (Qi Gong), Meditation und Kampfkunst.

Nach 16 Jahren Trainingserfahrung in Asien hat er ein sytematisches Übungssystem der taoistischen Lehren entwickelt.

1981 wurde er als einer von zwei Schülern des verstorbenen taoisten Liu Hung Chie angenommen.
1986 wurde er als Linienhalter des Systems von Liu Hung Chie ernannt. Liu beauftragte ihn damit Lao Tse`s Wasserlehre der taoistischen Meditation zu verbreiten.
Zwanzig Jahre Training waren eine Vorbereitung für das Training mit Meister Liu. 1961 begann B.Frantzis mit dem Training der Kampfkünste.
Bevor er nach Japan ging erreichte er Schwarzgurte in verschiedenen japanischen Kampfkünsten wie z.B. Karate, Aikido und Judo. In Japan trainierte er zwei Jahre unter dem Aikido Begründer Morihei Ueshiba.
Später führte ihn sein Training auch nach China und Indien. In Indien befasste er sich mit Yoga und tantrischen Praktiken.
In China lernte er von vielen grossen Meistern Tai Chi, Chi Gung, Kampfkünste und Tui Na.
Nach Liu`s Tod 1986 ging er zurück in die USA um zu unterrichten, was er gelernt hatte.

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Im letzten Yiquan Seminar für Lehrer am vergangenen Wochenende in Seeham bei Salzburg war das Hauptthema Öffnen und Schließen. Diese elemetare Bewegung wurde anhand der Yao Fa und der Xuán Fa Methode trainiert und zwar sowohl als Zhanzhuang (statisch) als auch als Shili (dynamisch).

Yao Fa bedeutet wörtlich etwa „instabil“ und bezeichnet eine seitliche Bewegung, die den Gegner in der besonders störanfälligen seitlichen Richtung aus dem Gleichgewicht bringt. Yao Fa kann im Parallelstand (Pingbu) geübt werden, indem man sich einen Widerstand an der Körperseite vorstellt, der mit der gesamte Körperseite gleichmäßig geschoben wird. Dabei sollte der Körper sich aufrecht in einer Ebene bewegen. Diese einheitliche Seitwärtsbewegung wird am Besten mit Hilfe von einem oder zwei Partnern an Hüfte, Knie und Schulter kontrolliert. Zusätzlich zieht bei der Verlagerung nach links das linke Knie eine vorgestellte Feder zwischen den Knien auseinander und macht so eine öffnende Bewegung (Kai), auf der rechten Seite öffnet das rechte Knie.

Diese Bewegung wird als Shili deutlich sichtbar mit einer Gewichtsverlagerung von maximal 70% zu 30% geübt und als Zhanzhuang mit äußerlich kaum wahrnehmbarer Bewegung und einer Gewichtsverlagerung von 49% zu 51% und feiner. Interessant ist dabei, welche Vorstellung als seitlicher Widerstand an der Körperaußenseite gewählt wird. Ein festerer Widerstand, wie etwa eine harte Matratze oder ein Baum, betont die Kraftentwicklung während ein weicherer Widerstand wie Watte oder Wasser eine feinere Wahrnehmung trainiert.

Die Xuán Fa Methode, wörtlich „kreisförmig“, ist etwas komplexer und teilt sich in drei Untergruppen. Dabei wird nicht nur seitlich verlagert sondern auch in der Richtung vor und zurück und zwar:

  • in Rechtecksform: z.B. nach links, nach hinten, nach rechts, nach vorn
  • in Rautenform: von vorne Mitte schräg nach links zurück, nach rechts zurück zur Mitte, nach rechts vor, nach links vor zur Mitte
  • elliptisch

Verschiedene Handhaltungen sind möglich, z.B. Arme hängen lassen, Tuobao (Ball von unten halten), oder Chengbao (Ball vor Köper halten).

Beide Methoden werden natürlich auch in Dingbabu (ein Fuß vorne) geübt. Die Vorstellungsarbeit mit öffnen (kai) und schließen (he) ist sehr komplex und anspruchsvoll. Es gilt, wie schon bei anderen Zhanzhuang und Shili Übungen, das Prinzip: nach vor gehen und schließen, zurückgehen und öffnen.

Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Guogua Shili („haken  und hängen“). Bei dieser schwierigen Bewegung werden die Handflächen zueinander gedreht, der Köper geht tief während die Kopffeder gleichzeitig nach oben zieht, die Kniefedern öffnen und am Rücken wird gleichmäßig nach hinten gedrückt. Die Ellbogen beugen spiralig nach unten und öffnen gleichzeitig nach außen. Diese Bewegung wird angewandt wenn die Hände des Gegners oben liegen. Durch die nach vorne zeigenden Finger wird der Gegner am ersten Daumengelenk eingehakt, gezogen und ausgehoben, gleichzeitig werden seine Arme geöffnet sodass mit einem Stoß eingedrungen werden kann. Bei korrekt ausgeführter Bewegung wird die Bedeutung des Öffnens der Kniefedern klar, eine winzige Bewegung an der Basis bewirkt eine starke Kraft an den Endpunkten an den Händen! Wie immer im Yiquan ist eine einheitliche Bewegung des ganzen Köpers durch den Einsatz aller vorgestellten Federn die Voraussetzung.

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Donnerstags, 18-19h Yiquan

Raum für Bewegung:
Andechsstr. 48

Anmeldung:
0676-89193201
mail@jayoga.com

genaue Kursinhalte siehe unten

Nur noch wenige Plätze frei!

Sonntags, 18-19h Qigong

Raum für Bewegung
Andechsstr. 48

Anmeldung:
0676-89193201
mail@jayoga.com

genaue Kursinhalte siehe unten

Nur noch wenige Plätze frei!

Kursinhalte Yiquaninnere Kampfkunst, Mediation und Gesundheitspflege

  • Prinzipien des Yiquan
  • Vorbereitungsübungen
  • Zhanzhuang („Stehen wie ein Baum“ – statische Übungen mit Vorstellungskraft)
  • Mocabu (Schritttechnik)
  • Shili („Kraftprobe“ – bewegte Übungen mit der Vorstellungskraft)
  • Vorstellungsarbeit (Mentalttraining)

Kursinhalte Qigongmeditative Übungen zur Gesundheitsförderung

  • Prinzipien des Qigong
  • Renshenfa – vorbereitende Übungen
  • Lianqifa – Übungen zum Aufbau von Qi, Erleben von Qi-Gefühl
  • klassische Qigongbewegungen
  • Yin-Yang-Hände, Übungsreihe aus dem daoistschen Qigong
  • Zhanzhuang („Stehen wie ein Baum“)

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Yi – Innen und Außen
Beim vierten Yiquan Ausbildungswochenende mit Jumin Chen ging es vor allem um die Verbindung zwischen Innen und Außen in der Vorstellungsarbeit. Im Yiquan wird die innere Struktur und die äußere Haltung von innen heraus mit Hilfe der Vorstellungskraft Yi entwickelt. Dies ist sozusagen das Gegenteil dessen, was vor allem westliche Taiji Schüler gewohnt sind, nämlich das präzise Reproduzieren äußerer Form. Während bei den Yangsheng Übungen im Gesundheitsbereich vor allem Yin-Vorstellungen wie schöne Landschaft, angenehme Atmosphäre, im Wasser liegen, warme Dusche, etc. eingesetzt werden, arbeiten wir beim Kampfkunst-Aspekt mit Yang-Vorstellungen wie Metallfedern, Bällen und Gummibändern. Im Qigong ist diese Methode als Jiajie bekannt. Dies bedeutet etwa „ausleihen“, man „leiht“ sich ein Material aus, um mit dessen Eigenschaften in der Vorstellung den gewünschten Effekt zu erzielen. Stellt man sich zum Beispiel in der Chengbao Position (Parallelstand, Ball halten auf Schulterhöhe) abwechselnd vor, einen Ball aus: Papier

•Holz
•Metall
•einen Luftballon
•einen Medizinball

zu halten, wird schnell klar, welche Wirkung diese Art der Vorstellungsarbeit hat.
Hier sind wir also schon bei der „inneren“ Vorstellung, die die Struktur sozusagen innerhalb der Körpersphäre bestimmt. Da wir hauptsächlich mit der Vorstellung von Metallfedern arbeiten, die sowohl auf Zug als auch auf Druck Widerstand bieten, wollen wir im Folgenden von den inneren Federn sprechen.

In der Hunyuan Zhuang Position (Schritt- oder Dingbabu Stellung, Ball halten, der vordere Ar ist höher als der hintere) haben wir hauptsächlich folgende innere Federn zu beachten:

•Zwischen den fünf Fingern
•Zwischen den Handgelenken
•Zwischen den Ellbogengelenken
•Zwischen den Knien
•Von der hinteren Hüfte zum vorderen Knie

Zusätzlich zu diesen inneren Federn müssen wir uns jetzt um die Verbindung nach außen mittels äußerer Federn kümmern. Dazu stellen wir uns Federn von den Handrücken (in Positionen, in denen die Fingerspitzen nach vorne zeigen denken wir uns diese an den Fingerspitzen fixiert) zu einem weit entfernten Objekt vor, etwa einem Baum, einem Berg oder Ähnlichem. Jetzt können mit der vorgestellten vor/zurück Bewegung mit dem ganzen Körper diese Federn gedehnt und zusammengedrückt werden, während gleichzeitig die inneren Federn ebenfalls auseinandergezogen und zusammengedrückt werden. Im Detail sieht das so aus:

Richtung nach hinten – äußere Federn mit ganzem Körper nach hinten dehnen, gleichzeitig innere Federn auseinanderziehen (Finger, Handgelenke, Ellbogen, beide Kniefedern).

Richtung nach vorn – äußere Federn mit ganzem Körper nach vorn zusammendrücken, gleichzeitig innere Federn zusammendrücken (Finger, Handgelenke, Ellbogen, beide Kniefedern).
Diese Vorstellungsarbeit wird sowohl im Zhanzhuang (Stehübung, kaum sichtbare äußere Bewegung) als auch im Shili („Kraftprobe“, große äußere Bewegung) angewandt.

Zusätzlich dazu kann die Vorstellung eines Baumes eingebaut werden. Man stellt sich vor, in einem hohlen Baum zu stehen. Der Baum bietet von außen rund um den Körper einen Widerstand. Durch diese Vorstellung wird ein Gefühl der Kompaktheit erzeugt.

Die Trainingsempfehlung für diese Verbindung von inneren und äußeren Federn lautet:
Zhanzhuang/Stehübung

•Hunyuan Zhuang

Shili/Kraftprobe

•Pingtui Shili (nach vorne stechen/ziehen), mit Schritten
•Gougua Shili (HF auseinanderziehen, nach vorne schieben), mit Schritten
•Fuan Shili (HF nach unten drücken, nach oben heben), im Stand
•Kaihe Shili (öffnen, schließen), im Stand
•Poshui Shili (HF nach unten auseinanderziehen, HF nach oben heben), im Stand

Der Schwerpunkt liegt bei den ersten vier Übungen, die Betonung bei der Kraftrichtung auf vor/zurück.

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