Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘mysterien’ Category

Ein berühmtes Zitat von Wang Zhangzhai lautet: „Eine kleine Bewegung ist besser als eine große Bewegung, keine Bewegung ist besser als eine kleine Bewegung.“ Beim Zhanzhuang arbeiten wir mit der Vorstellung (Yi) von Bewegung, und zwar im fortgeschrittenen Stadium mit den sogenannten widerstreitenden Kräften. Das bedeutet, dass wir beim nach vorne schieben gleichzeitig nach hinten ziehen, beim steigen gleichzeitig sinken und beim schließen gleichzeitig öffnen (shun li ni xing). Wenn wir uns das Yiquan Prinzip der widerstreitenden Kräfte, die sozusagen als Potenzial in alle Richtungen ständig präsent sind, vergegenwärtigen, wird klar, dass das was als „keine Bewegung“ bezeichnet wird, eigentlich eher die Möglichkeit der Bewegung in alle Richtungen gleichzeitig bedeutet, bzw. Bewegungen, die so klein (und kurz) sind (nur in der Vorstellung stattfinden, was wiederum bedeutet als neuronaler Impuls), dass sie nicht mehr als Bewegung bezeichnet werden können. Bei der Chengbao Position halten wir in der Vorstellung einen Ball, der den Raum zwischen den Armen ausfüllt. Dieser Raum muss „voll“ sein, damit unsere Struktur beim Pushen stabil bleibt. Hier haben wir zum Beispiel die gegensätzlichen Kräfte des Ausdehnens und Zusammenziehens, genau wie bei einem luftgefüllten Ball, bei dem der Luftdruck nach außen dehnt und die elastische Haut des Balles zu seinem Zentrum hin zieht.

Wenn man nun die Sichtweise der Quantenphysik betrachtet sind einige interessante Parallelen erkennbar. Ein Quantenphysiker würde z.B. ein festes Objekt, wie etwa einen Tisch, gar nicht als so fest wahrnehmen. Er weiß, dass der Tisch aus Teilchen besteht, die eine relativ geringe Masse haben und zwischen denen sich eigentlich sehr viel leerer Raum befindet. Weiters weiss der Physiker seit dem Doppelspaltexperiment, dass sich die einzelnen Quanten nicht an einem definitiven Ort aufhalten sondern vielmehr das Potenzial haben, hier oder dort zu sein. Erst wenn der Beobachter „hinschaut“ sind die Teilchen entweder hier oder dort, vorher sind sie potenziell überall. Ähnlich verhält es sich wohl mit den Kräften beim Yiquan. Erst wenn der Gegner etwa schiebt, prallt er von unserer schiebenden Kraft ab oder wird von der gleichzeitig potenziell vorhandenen Gegenrichtung gezogen.

Zumindest könnte man sich das als Nicht-Quantenphysiker und  Yiquan-Adept so vorstellen…

Advertisements

Read Full Post »

„Der rechte Weg zur Ganzheit besteht aus schicksalshaften Umwegen und falschen Abzweigungen. Dies ist eine „longissima via“, ein Pfad der die Gegensätze vereint wie der leitende Caduceus (Hermesstab), ein Pfad dessen labyrinthische Windungen und Verzweigungen nicht ohne Schrecken sind.“ C.G. Jung „Psychologie und Alchimie“

Read Full Post »