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Archive for the ‘yiquan & gongfu’ Category

truegongfu: Martin, du bist gerade aus Japan zurückgekommen. Was hast du dort gemacht?

Martin Wundsam: Ja, das stimmt. Ich war fast drei Wochen in Japan. Es ging hauptsächlich um Seiki aber wir hatten ein sehr dichtes und vielfältiges Programm.

T: Was ist das für eine Methode?

M: Seki ist eine Behandlungsmethode, die von Akinobu Kishi entwickelt wurde. Er war ein sehr erfolgreicher Shiatsu Therapeut und verdiente in den siebziger Jahren eine Menge Geld im Westen, vor allem in Frankreich. Mit fast 30 Jahren hatte er dann eine schwere persönliche Krise und zog sich nach Japan zurück, wo er intesiv shintoistische Rituale praktizierte. Dabei erlebte er ein 3 Tage andauerndes „Katsugen“, das sind unwillkürlicher Bewegungen die spontan auftreten. Er hatte zeitweise das Gefühl verrückt zu werden, spürte aber gleichzeitig, dass sein Geist immer klarer wurde.  Schließlich entwickelte er seine eigene Methode, die mit Shiatsu überhaupt nichts mehr zu tun hat.

T: Das ist interessant, dieses Katsugen kling ganz nach einem Phänomen das im Qigong als „spontane Qi Bewegung“ bekannt ist. Diese soll ebenfalls Blockaden beseitigen und zu Heilung führen. Kannst du uns die Methode näher erklären?

M: Wenn man Kishi bei der Arbeit zusieht ist das wirklich beeindruckend. Er kommt mit so wenig aus, es geht sehr viel um das Wahrnehmen.

T: Das erinnert mich an Feldtheorien. Ein Organismus beeinflusst den anderen und Zustände gleichen sich an. Der kranke Organismus richtet sich möglicherweise am Gesunden aus und strukturiert sich neu. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Phänomene auch in der Psychotherapie eine wichtige Rolle spielen. Es geht dabei wohl um Resonanz.

M: Kishi Sensei hat sich bis jetzt geweigert ein Buch zu schreiben oder eine Schule zu gründen, er möchte dass seine Methode lebendig bleibt, dass seine Schüler selbst Erfahrungen machen, lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.

T: So hat das auch Wang Xiangzhai, der Gründer des Yiquan gesehen. Er ermutigte seine Schüler immer zum Experimentieren und kritischen Denken. Fließen auch Kampfkunstelemente in seine Methode ein?

M: Es gibt keine direkte Verbindung aber Kishi’s Vater war Judo Champion. Außerdem steht Kishi der Omoto Sekte nahe, das ist ein Ablegers des Shintoismus, der traditionellen japanischen Religion. Interessanterweise war auch Ueshiba O Sensei, der Gründer des Aikido, bei Omoto. Außerdem haben wir Waraku geübt, das ist eine Kampfkunst die von Maeda Sensei, einem ehemaligen Karate Meister entwickelt wurde. Wir lernten einige Grundübungen, die auch mit sehr dicken Holzschwertern ausgeführt werden.

T: Du hast ja selbst längere Zeit Aikido geübt.

M: Ja das stimmt. Aikido ist eine rein defensive Kampfkunst die auf kreisförmigen Bewegungen basiert. Ueshiba war ein sehr spiritueller Mensch. Wir haben unter anderem in einem Dojo trainiert, in dem er auch schon unterrichtet hat. Das sagt schon was über den Stellenwert von Maeda Sensei, der hierzulande nicht so bekannt ist.

T: Ueshiba war ja während der japanischen Invasion in China. Manche Experten glauben, dass er dort mit Baguazhuang in Kontakt gekommen ist. Als ich das erste Mal Bagua gesehen habe hat es mich sehr stark an Aikido erinnert. Er hatte dort im Krieg in lebensbedrohlichen Situationen sehr starke spirituelle Erlebnisse. Aus seinem ursprüglich recht harten Aiki Bujutsu wurde dann das runde defensive Aikido, der „Weg der Harmonie“.

M: Das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe übrigens auch sein Grab besucht.

T: Ihr habt also Seiki und Waraku geübt, was stand noch auf dem Programm?

M: Wir hatten ein sehr buntes Rahmenprogramm mit Kalligrafie, meditativer Kalligrafie, traditionellem japanischem Trommeln, Teezeremonie, No Theater und wir besuchten viele Schreine. Eigentlich war es ein bisschen wie eine Pilgerreise. Kishi führte uns zu einigen Plätzen die für ihn sehr wichtig sind. Dabei waren besonders zwei Schreine, bei denen ich spürte, dass es echte Kraftplätze waren.

T: War es dein erstes Mal in Japan?

M: Nein, ich war zuletzt vor 12 Jahren dort. Ich habe mich ja früher viel mit Shiatsu und Naikan beschäftigt. Japan ist schon ein tolles Land, die Badekultur, die gute Küche, das normale Essen ist ja für uns schon wie eine Entschlackungskur, das hab ich wirklich genossen.

T: Du arbeitest in Mattsee als Physiotherapeut und bist ständig auf irgendwelchen Fortbildungen. Kannst du uns kurz erzählen was dich sonst noch so beschäftigt?

M: Ich habe eine Praxis in Mattsee. Der Ort hier ist wirklich sehr schön, ich bin jetzt seit über zwei Jahren hier. Ich habe das Glück, dass Jumin Chen ganz in der Nähe wohnt und bin seit diesem Jahr in der Yiquan Lehrer Ausbildung die meistens in Seeham und teilweise in Mattsee selbst stattfindet. Außerdem beschäftige ich mich mit Body Talk und Nowo Balance. Und  ich bin kürzlich wieder Vater geworden.

T: Wie immer volles Programm. Es gäbe noch viele interessante Punkte um hier einzuhaken. Vielleicht können wir uns bei einer anderen Gelegenheit über weitere Themen unterhalten. Inzwischen danke ich sehr für dieses Gespräch!

Martin Wundsam – Bio

Dipl. Physiotherapeut, CBP

„Begegnung und Freiheit zulassen!“

Geboren 1965, aufgewachsen in Tirol, wohnhaft im wunderschönen Seengebiet nördlich von Salzburg.
Ich bin Vater von drei Kindern und im zweiten Anlauf glücklich verheiratet.

Nach einigen Komplikationen bin ich zu einem ganzheitlich arbeitenden Physiotherapeuten gewachsen:

Nach meiner Ausbildung zum Dipl. Physiotherapeuten folgten Jahre intensiver Auseinandersetzung mit Shiatsu, sowohl als Praktiker als auch als Unterrichtender.

Im Jahr 2000 begegnete mir NOWO BALANCE®. Mein persönliches und therapeutisches Bewegungsverständnis wurde dadurch grundlegend verändert.

Im Oktober 2006 lernte ich Akinobu Kishi Sensei und SEIKI kennen. Dadurch veränderte sich mein Verständnis von Berühren und Berührt – Werden.

BodyTalk begann ich im Juni 2006. Dadurch begann ich zu verstehen, wie wichtig Synthese und wie schädlich Ausschließlichkeitsdenken ist.

Mein eigener Bewegungs – Schleuderkurs bewegte sich von exzessivem Sport über Tai Chi, Do–In und Yoga zur Nowo Balance©. Seit dem Frühjahr 2006 übe ich regelmäßig Yiquan (wer weiß wo es noch hingeht…). Seit über 10 Jahren praktiziere ich mit wechselnder Intensität buddhistische Meditation.

http://www.bodytalksystem.com/bodytalk/professionals/details.cfm?id=12075

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Im letzten Yiquan Seminar für Lehrer am vergangenen Wochenende in Seeham bei Salzburg war das Hauptthema Öffnen und Schließen. Diese elemetare Bewegung wurde anhand der Yao Fa und der Xuán Fa Methode trainiert und zwar sowohl als Zhanzhuang (statisch) als auch als Shili (dynamisch).

Yao Fa bedeutet wörtlich etwa „instabil“ und bezeichnet eine seitliche Bewegung, die den Gegner in der besonders störanfälligen seitlichen Richtung aus dem Gleichgewicht bringt. Yao Fa kann im Parallelstand (Pingbu) geübt werden, indem man sich einen Widerstand an der Körperseite vorstellt, der mit der gesamte Körperseite gleichmäßig geschoben wird. Dabei sollte der Körper sich aufrecht in einer Ebene bewegen. Diese einheitliche Seitwärtsbewegung wird am Besten mit Hilfe von einem oder zwei Partnern an Hüfte, Knie und Schulter kontrolliert. Zusätzlich zieht bei der Verlagerung nach links das linke Knie eine vorgestellte Feder zwischen den Knien auseinander und macht so eine öffnende Bewegung (Kai), auf der rechten Seite öffnet das rechte Knie.

Diese Bewegung wird als Shili deutlich sichtbar mit einer Gewichtsverlagerung von maximal 70% zu 30% geübt und als Zhanzhuang mit äußerlich kaum wahrnehmbarer Bewegung und einer Gewichtsverlagerung von 49% zu 51% und feiner. Interessant ist dabei, welche Vorstellung als seitlicher Widerstand an der Körperaußenseite gewählt wird. Ein festerer Widerstand, wie etwa eine harte Matratze oder ein Baum, betont die Kraftentwicklung während ein weicherer Widerstand wie Watte oder Wasser eine feinere Wahrnehmung trainiert.

Die Xuán Fa Methode, wörtlich „kreisförmig“, ist etwas komplexer und teilt sich in drei Untergruppen. Dabei wird nicht nur seitlich verlagert sondern auch in der Richtung vor und zurück und zwar:

  • in Rechtecksform: z.B. nach links, nach hinten, nach rechts, nach vorn
  • in Rautenform: von vorne Mitte schräg nach links zurück, nach rechts zurück zur Mitte, nach rechts vor, nach links vor zur Mitte
  • elliptisch

Verschiedene Handhaltungen sind möglich, z.B. Arme hängen lassen, Tuobao (Ball von unten halten), oder Chengbao (Ball vor Köper halten).

Beide Methoden werden natürlich auch in Dingbabu (ein Fuß vorne) geübt. Die Vorstellungsarbeit mit öffnen (kai) und schließen (he) ist sehr komplex und anspruchsvoll. Es gilt, wie schon bei anderen Zhanzhuang und Shili Übungen, das Prinzip: nach vor gehen und schließen, zurückgehen und öffnen.

Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Guogua Shili („haken  und hängen“). Bei dieser schwierigen Bewegung werden die Handflächen zueinander gedreht, der Köper geht tief während die Kopffeder gleichzeitig nach oben zieht, die Kniefedern öffnen und am Rücken wird gleichmäßig nach hinten gedrückt. Die Ellbogen beugen spiralig nach unten und öffnen gleichzeitig nach außen. Diese Bewegung wird angewandt wenn die Hände des Gegners oben liegen. Durch die nach vorne zeigenden Finger wird der Gegner am ersten Daumengelenk eingehakt, gezogen und ausgehoben, gleichzeitig werden seine Arme geöffnet sodass mit einem Stoß eingedrungen werden kann. Bei korrekt ausgeführter Bewegung wird die Bedeutung des Öffnens der Kniefedern klar, eine winzige Bewegung an der Basis bewirkt eine starke Kraft an den Endpunkten an den Händen! Wie immer im Yiquan ist eine einheitliche Bewegung des ganzen Köpers durch den Einsatz aller vorgestellten Federn die Voraussetzung.

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Donnerstags, 18-19h Yiquan

Raum für Bewegung:
Andechsstr. 48

Anmeldung:
0676-89193201
mail@jayoga.com

genaue Kursinhalte siehe unten

Nur noch wenige Plätze frei!

Sonntags, 18-19h Qigong

Raum für Bewegung
Andechsstr. 48

Anmeldung:
0676-89193201
mail@jayoga.com

genaue Kursinhalte siehe unten

Nur noch wenige Plätze frei!

Kursinhalte Yiquaninnere Kampfkunst, Mediation und Gesundheitspflege

  • Prinzipien des Yiquan
  • Vorbereitungsübungen
  • Zhanzhuang („Stehen wie ein Baum“ – statische Übungen mit Vorstellungskraft)
  • Mocabu (Schritttechnik)
  • Shili („Kraftprobe“ – bewegte Übungen mit der Vorstellungskraft)
  • Vorstellungsarbeit (Mentalttraining)

Kursinhalte Qigongmeditative Übungen zur Gesundheitsförderung

  • Prinzipien des Qigong
  • Renshenfa – vorbereitende Übungen
  • Lianqifa – Übungen zum Aufbau von Qi, Erleben von Qi-Gefühl
  • klassische Qigongbewegungen
  • Yin-Yang-Hände, Übungsreihe aus dem daoistschen Qigong
  • Zhanzhuang („Stehen wie ein Baum“)

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Yi – Innen und Außen
Beim vierten Yiquan Ausbildungswochenende mit Jumin Chen ging es vor allem um die Verbindung zwischen Innen und Außen in der Vorstellungsarbeit. Im Yiquan wird die innere Struktur und die äußere Haltung von innen heraus mit Hilfe der Vorstellungskraft Yi entwickelt. Dies ist sozusagen das Gegenteil dessen, was vor allem westliche Taiji Schüler gewohnt sind, nämlich das präzise Reproduzieren äußerer Form. Während bei den Yangsheng Übungen im Gesundheitsbereich vor allem Yin-Vorstellungen wie schöne Landschaft, angenehme Atmosphäre, im Wasser liegen, warme Dusche, etc. eingesetzt werden, arbeiten wir beim Kampfkunst-Aspekt mit Yang-Vorstellungen wie Metallfedern, Bällen und Gummibändern. Im Qigong ist diese Methode als Jiajie bekannt. Dies bedeutet etwa „ausleihen“, man „leiht“ sich ein Material aus, um mit dessen Eigenschaften in der Vorstellung den gewünschten Effekt zu erzielen. Stellt man sich zum Beispiel in der Chengbao Position (Parallelstand, Ball halten auf Schulterhöhe) abwechselnd vor, einen Ball aus: Papier

•Holz
•Metall
•einen Luftballon
•einen Medizinball

zu halten, wird schnell klar, welche Wirkung diese Art der Vorstellungsarbeit hat.
Hier sind wir also schon bei der „inneren“ Vorstellung, die die Struktur sozusagen innerhalb der Körpersphäre bestimmt. Da wir hauptsächlich mit der Vorstellung von Metallfedern arbeiten, die sowohl auf Zug als auch auf Druck Widerstand bieten, wollen wir im Folgenden von den inneren Federn sprechen.

In der Hunyuan Zhuang Position (Schritt- oder Dingbabu Stellung, Ball halten, der vordere Ar ist höher als der hintere) haben wir hauptsächlich folgende innere Federn zu beachten:

•Zwischen den fünf Fingern
•Zwischen den Handgelenken
•Zwischen den Ellbogengelenken
•Zwischen den Knien
•Von der hinteren Hüfte zum vorderen Knie

Zusätzlich zu diesen inneren Federn müssen wir uns jetzt um die Verbindung nach außen mittels äußerer Federn kümmern. Dazu stellen wir uns Federn von den Handrücken (in Positionen, in denen die Fingerspitzen nach vorne zeigen denken wir uns diese an den Fingerspitzen fixiert) zu einem weit entfernten Objekt vor, etwa einem Baum, einem Berg oder Ähnlichem. Jetzt können mit der vorgestellten vor/zurück Bewegung mit dem ganzen Körper diese Federn gedehnt und zusammengedrückt werden, während gleichzeitig die inneren Federn ebenfalls auseinandergezogen und zusammengedrückt werden. Im Detail sieht das so aus:

Richtung nach hinten – äußere Federn mit ganzem Körper nach hinten dehnen, gleichzeitig innere Federn auseinanderziehen (Finger, Handgelenke, Ellbogen, beide Kniefedern).

Richtung nach vorn – äußere Federn mit ganzem Körper nach vorn zusammendrücken, gleichzeitig innere Federn zusammendrücken (Finger, Handgelenke, Ellbogen, beide Kniefedern).
Diese Vorstellungsarbeit wird sowohl im Zhanzhuang (Stehübung, kaum sichtbare äußere Bewegung) als auch im Shili („Kraftprobe“, große äußere Bewegung) angewandt.

Zusätzlich dazu kann die Vorstellung eines Baumes eingebaut werden. Man stellt sich vor, in einem hohlen Baum zu stehen. Der Baum bietet von außen rund um den Körper einen Widerstand. Durch diese Vorstellung wird ein Gefühl der Kompaktheit erzeugt.

Die Trainingsempfehlung für diese Verbindung von inneren und äußeren Federn lautet:
Zhanzhuang/Stehübung

•Hunyuan Zhuang

Shili/Kraftprobe

•Pingtui Shili (nach vorne stechen/ziehen), mit Schritten
•Gougua Shili (HF auseinanderziehen, nach vorne schieben), mit Schritten
•Fuan Shili (HF nach unten drücken, nach oben heben), im Stand
•Kaihe Shili (öffnen, schließen), im Stand
•Poshui Shili (HF nach unten auseinanderziehen, HF nach oben heben), im Stand

Der Schwerpunkt liegt bei den ersten vier Übungen, die Betonung bei der Kraftrichtung auf vor/zurück.

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Wikipedia hat die Antwort auf (fast) alle Fragen, jetzt gibt es auch Infos zu Yiquan.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yiquan

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Feinmechanik mit Jumin Chen

Erste Lehrerausbildung der Europäischen Yiquan Akademie

Im zweiten Block der Yiquan Ausbildung ging es vor allem um die Feinheiten der inneren Arbeit bei Zhanzhuang und Shili.
Wenn wir ganz an der Basis beginnen, können wir grundsätzlich zwischen willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen im menschlichen Körper unterscheiden.
Die unwillkürlichen Bewegungen laufen gänzlich ohne unser Zutun ab, z.b. die Darmbewegungen, der Schluckreflex, das Gähnen, usw. Auch eine Vielzahl täglicher Handlungen und Einzelbewegungen sind automatisiert und funktionieren ohne dass wir bewusst bei der Sache sind, man denke nur an die einzelnen Bewegungen beim Autofahren, im Sport, beim Tippen am Computer u.ä.

Bei den willkürlichen Bewegungen gibt es ebenfalls zwei Unterscheidungen. Zum einen können wir bewusst eine Bewegung ausführen, wie etwa wenn wir nach etwas greifen und uns dessen bewusst sind, weil wir zum Beispiel überlegt haben, ob es in Ordnung oder erlaubt ist, dass wir diesen Gegenstand in die Hand nehmen. Wir sind dann bewusst, setzen aber keine Vorstellungskraft ein.
Die zweite Art der willkürlichen Bewegung ist eben jene mit Yi, wie wir sie etwa im Shili anwenden. Dabei arbeitet nicht nur der primär betroffene Muskel, z.B. der Bizeps, sondern nach dem Prinzip der widerstreitenden Kräfte auch sein Gegenspieler, in diesem Fall der Trizeps. Laut Physiologie ist der Agonist übrigens immer beteiligt um eine kontrollierte Bewegung zu ermöglichen, durch den Einsatz von Yi wird seine Aktivierung aber verstärkt.
Es wird also Yi (Vorstellung) und Li (Kraft) eingesetzt.

Beim Kraftaufbau unterscheiden wir drei Stufen:

  1. Entspannen
  2. Entspannen und Anspannen
  3. Entspannen und Anspannen zugleich

Diese Stufen sind wichtig für unsere Praxis im Zhanzhuang und Shili. Zu Beginn sind wir immer zu verkrampft, wenden zuviel Kraft auf. Die erste Aufgabe beim Stehen ist also die Entspannung und das Lösen von Blockaden.
In der zweiten Stufe wechseln wir bewusst von Entspannung zu Anspannung. Arbeiten wir zum Beispiel im Shili mit der Bewegung vor /zurück, so schieben wir mit einer gewissen Spannung nach vorn, entspannen, ziehen wieder mit etwas Spannung zurück und entspannen wieder. Dabei ist der Unterschied von Anspannung und Spannung sehr gering, denn Anspannung heißt mit Vorstellung (fast) ohne Kraft, und auch die entspannte Haltung erfordert immer eine gewisse Grundspannung. Nach dem Üben einer Richtung können wir eine zweite dazunehmen, z.B. vor + schließen, entspannen, zurück + öffnen, entspannen.

Für die Endform wurden von Wang Zhangzhai sieben wichtige Punkte erklärt:

  1. Oben entspannt und unten angespannt
  2. Gen (“Wurzel” also Rumpf und Beine) entspannt, Shao (“Zweige, Endung” also Hände, Füße) angespannt
  3. Schulter entspannt und Gesäß angespannt
  4. Arme entspannt, Beine angespannt
  5. Brust entspannt, Bauch angespannt
  6. Rücken entspannt, Hüfte (Kua) angespannt
  7. Xing (Form, Körperhaltung) entspannt und Yi (Vorstellung) angespannt

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Kenneth Cohen

At my first private class, Chan revealed a „secret technique“ called „Standing Meditation“ (Zhan Zhuang). He said that it was the most important exercise in qigong. I stood with bent knees, straight back, and arms rounded in front of my chest. After ten minutes, my legs began shaking. Chan told me to take a break. We sat together and chatted about martial arts. Then I tried it again, with the same effect. He told me that, in the beginning stages of qigong, shaking was natural. „It means that there’s water in the pressure cooker, but the lid is not properly sealed or tight- it is bobbing up and down. In other words, your body is not yet strong or stable enough to hold the qi.“ He told me to go home and practice every day. At next week’s lesson, I could stand for twenty minutes, but then both my hands and legs shook! This went on every week, stand a little, shake a little. I felt like a fool. But until I could stand for a full hour, without moving, he wouldn’t teach me anything else. „If you can’t stand, how can you walk or move? If you don’t have enough energy to stand for an hour, how can you practice martial arts?“ He told me that to master qigong, you must master the „Four Virtues“ (Si De): lying, sitting, standing, and walking.

(Quelle: http://www.qigonghealing.com/qigong/articles.html)

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